Der höchstpersönliche Blog von Märchenerzähler Helmut Wittmann und Freunden. Viele weitere Infos, Erzähltermine, Hörproben, Märchen-Programme, Sagen-Wanderungen, Seminare und mehr unter www.maerchenerzaehler.at.
Montag, 20. August 2012
Eine Draufgabe gab‘s auch noch
für den harten Kern - sprich: die Kinder die nach 4 Stunden Wanderung noch Lust hatten auf mehr - und die Presse-Fotografen.
Petra Riffert, die Geschäftsführerin vom Donausteig, Landtagspräsident Friedrich Bernhofer, und Bürgermeister Mario Mühlböck waren auch noch mit dabei. »So und jetzt muaß i was essen!« meinte einer der Burschen - und dann gings schnell entschlossen zu allen anderen, die sich schon mit Schopfbraten, Bosna und Frankfurtern stärkten.
Trotz weit über 30º Celsius im Schatten
waren bei der Sagen-Wanderung am Donausteig in Wilhering über 200 Zuhörerinnen und Zuhörer mit dabei. Natürlich gingen wir auch geschichten-weise auf die Hitze ein: So durfte die wunderbar absurde Überlieferungen »Von den zwei Kühen« genausowenig fehlen wie die Sage vom »Springerwirt«. Prächtig war der Ausblick hinüber nach Ottensheim - und schon gab es die Sage von der Geburt des Kaisers Otto ebendort im Kindlhaus zu hören. Aber auch von der Macht und dem Zauber des Donaufürsten, dem Gespensterschiff und dem Donauweibchen war die Rede, bis hin zum Schatz im Kürnberger Wald.
Am Weg hatte die Freiwillige Feuerwehr da und dort Labe-Stationen mit Mineralwasser und Limonade eingerichtet. Für mich war reines Wasser gerade recht. Zwischendurch gurgelte eine Frucade die Gurgel hinunter. Das brauchte es schon bei der Hitze.
Beate Kepplinger vom Donausteig-Team hat einige Impressionen von der Wanderung fotografisch dokumentiert. Hier sind sie in Flickr zu sehen.
Freitag, 17. August 2012
Hier hat sie gewohnt,
die »historische« Cilli. Unter größten Mühen hat der Paschinger Hans das Haus in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit seiner Familie gebaut. Die Kinder mußten tüchtig mithelfen: Sand schleppen, Holz und Steine bringen. Dabei gab‘s kaum genug zu essen. War der Hunger übermächtig, dann liefen sie in den Wald »kletzelten« (kratzten) Rinde von dem Bäumen und rösteten die über‘m Feuer. - Heute steht das Haus verwachsen im Wald. Noch steht es - aber es ist dem Verfall preisgegeben. Vom Garten ist so gut wie nichts mehr zu sehen. Wer nicht weiß wo es ist findet es nicht. Eigentlich eine traurige Geschichte. Gras reicht da nicht um drüber zu wachsen. Da braucht es schon Ranken und Stauden - und eine Operette für ein glückliches Ende.
In den Oberösterreichischen Nachrichten hat Karin Schütze einen ausführlichen Beitrag dazu geschrieben.
Donnerstag, 16. August 2012
Für »Oberösterreich Heute«
hat Simona Pindeus bei einer Probe für die Operette Cilli einen TV-Beitrag für ihre wöchentliche Veranstaltungsvorschau aufgenommen. Heute - am Donnerstag, 16. August - ist der Beitrag um 19 Uhr in »Oberösterreich Heute« und natürlich dann auch in der ORF-TVthek im Netz zu sehen. Wir sind gespannt!
Karten für die sechs Aufführungen gibts hier. Die Premiere ist allerdings schon so gut wie ausverkauft.
Überlieferungen zur Bewunderung der Welt
gab es am 15. August, dem Hohen Frauentag, bei einer Wanderung im Nationalpark Gesäuse zu hören. Am reissenden Fluss, im Wald, am sprudelnden Bach, auf einem Felsen und schlussendlich beim Weidendom wurden die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer gewürdigt, gefeiert und bedankt. Angela Stummer brachte dazu die Harfe zum Klingen, Franz Bernegger geleitete uns mit der Bockpfeife durch die Auen. Elfi vom Nationalpark-Team hatte nicht nur ein prächtiges Kranzerl aus Wildkräutern geflochten. Das wurde dem Johnsbach übergeben und schwamm munter auf und davon. Elfi hatte aber auch Gebildebrote gebacken. Die wurden geschmaust und der Erde geopfert. Schlußendlich hatte die Elfi auch stimmige Jodler auf Lager. Verstärkt mit einem Salbei-Buschen von der Susanne Loibl-Prohaska wurden so auch Luft und Feuer geräuchert und klanglich bedacht.
In der traumhaften Landschaft fällt eine solche Würdigung dessen was die Welt zusammenhält freilich leicht. Umso wichtiger ist‘s die Welt auch abseits von eindrucksvollen, wild~romantischen Landschaften zu würdigen. Allzu schnell werden weniger markante Plätze unbedacht missachtet, zersiedelt und verwüstet. Wir werden am nahen Frauenberg ein Kerzerl dafür anzünden. ;-{D
Aus einem 08/15 Turnsaal
haben viele fleissige Hände der Ortsmusik Viechtwang für die Operette »Cilli« einen Konzertsaal geschaffen. Sogar die Akustik ist erstaunlich gut.
Freilich war es viel, viel Arbeit die Sprossenwände und Leitern mit schwarzem Tuch zum Verschwinden zu bringen. Tribünen für die Sessel wurden aufgebaut. Daniel Pöllhuber baute die Licht- und Tonanlage auf. Mann- und Frau-Stunden über Stunden sind da hineingearbeitet worden. Jetzt ist der ganze grosse Raum kaum mehr wiederzuerkennen - und das alles für 6 (!) Aufführungen. Danach schwitzen sich ab Schulbeginn darin die Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Scharnstein wieder einen ab.
Mittwoch, 15. August 2012
Es schaut märchenhaft aus,
und dabei handelt es sich bei dem steinernen Tor im Hintergrund doch um einen architektonischen Zweckbau - das Tunnelportal am Schwarzenbergschen Schwemmkanal. Der diente einzig und allein dazu das Brennholz für Wien aus dem Böhmerwald nach Wien zu schwemmen. Andere brauchbare Verkehrswege gabs damals nicht.
Heute findet ein Stück unterhalb ein paar Mal im Jahr die Schauschwemme statt. Auch kulturell wird diese zweisprachige Schnittstelle zwischen Ländern und Sprachen immer wieder belebt - durch das Festival »Begegnung mit der Tradition«. Hier ist Helena Svobodová gerade dabei gemeinsam mit mir zweisprachig tschechisch~österreichisch Volksmärchen aus dem Böhmerwald zu erzählen. Das war einmal mehr ein anregendes Vergnügung. Immer wieder spannend wie schnell Tschechinnen und Tschechen wie Österreicherinnen und Österreicher mit offenen Ohren und Mündern die Sprachgrenzen vergessen, wenn‘s um spannende Inhalte geht.
Dank an Harry Häusle für das Foto!
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