Der höchstpersönliche Blog von Märchenerzähler Helmut Wittmann und Freunden. Viele weitere Infos, Erzähltermine, Hörproben, Märchen-Programme, Sagen-Wanderungen, Seminare und mehr unter www.maerchenerzaehler.at.
Samstag, 20. Oktober 2012
Wenn da das Herz nicht aufgeht ...
... wann dann? - In der klaren Herbstluft zu wandern ist wirklich ein besonderes Vergnügen. Die Lärchen leuchten Gelb. Da und dort blüht noch der Enzian. Die Natur feiert noch einmal auf Teufel komm raus. Das ist Leben! Auch wenn einem schnaufend bewußt wird wie mühsam der Weg bergauf erarbeitet werden muß.
Die ersten Sonnenstrahlen
am Salzofen. Davor der Dunst über dem Elmsee. Das ist ein Ausblick - aus der Hütte.
Norbert, der Hüttenwirt, brät in der Pfanne Spiegeleier. Dann helfen wir alle zusammen die kaputte Waschmaschine hinauszutragen. Der Hubschrauber wird sie ins Tal fliegen. Bei mir gehts zu Fuß weiter - hinunter zur Elmgrube und hinauf zum Wildgössl.
So mühsam
und eine solche Schinderei war der Aufstieg über die Röll schon lange nicht mehr. Aber dann: Der Blick vom Röllsattel zurück auf den Weg und ins weite Land. Weit unten glitzert der Almsee. Dort gings vor ein paar Stunden los. Von links nach rechts die Berge: Der Erla-Kogel mit dem i-Tüpferl, sprich: der Nase vom Blondchen, der langgezogene Felsrücken vom Traunstein, die Waldrücken vom Zwillingskogel, und schliesslich die steilen Wiesenabhänge vom Kasberg. Dazwischen windet sich das Almtal ins Alpenvorland hinaus.
Nach einer Maultrommel-Ode an die Abendsonne und den grandiosen Ausblick gings weiter zur Pühringerhütte. Dort frischte ein Bad im Elmsee die Lebensgeister wieder auf.
»An einem Sonntagmorgen ...«
So beginnt ein altes Wildschützenlied. Sonntag wars keiner, sondern Donnerstag und auch kein Morgen als ich mich aufmachte. Aber genau hier in der Röll ist das Lied geographisch angesiedelt. Wie heißt es so schön: »An einem Sonntagmorgen recht zeitig in der Fruah, nimmt der Wildschütz sein Stutzerl,
und geht dem Gamsgebirg zua.
Er woass ja die Weg so schön,
wo die schen' Gamserl stehn,
drin in da Röll. - «
Durch das Mißverständnis eines Volkskundlers ist draus »... drin in Tirol.« geworden. Wie der Jäger am Schluß vom Wildschützen verlangen kann »Aber jetzt muast mit mir gehn, ins Salzkammerguat!« ist ein Widerspruch, der bei der »Tiroler« Version angesichts der rund 150 km zwischen Tirol und dem Salzkammergut verblüfft. In der Röll wiederum ergibt sich das (fast) von selbst. Übern Berg gehts ins Salzkammergut. Genau das war mein Weg.
Donnerstag, 11. Oktober 2012
Noch ziehen vorm Haus die Morgennebel, aber
die dürften sich bald lichten. Der Berg ruft! Nach den vielen Erzählprojekten und den Bergen an Büroarbeit, die in den letzten Tagen aufzuarbeiten waren wird dieser Ruf nicht ungehört verschallen. Es muaß sei! - Auf geht‘s zur inneren Anreicherung ins Tote Gebirge!
Mittwoch, 3. Oktober 2012
Schattenreisen
zeigt Lydia Buchegger zusammen mit vielen neu und extra angefertigten Schmuckstücken und kunstvoll gearbeiteten Silberkleinplastiken und feinen Schalen im Rahmen ihrer Ausstellung in der Galerie der Berufsvereinigung Bildender Künstler im OÖ. Kulturquartier bis 25. Oktober. Einen dieser Schatten hat sie auch im Almtal geworfen. Dazu ein Tipp: Jeweils Samstag von 10 bis 17 Uhr ist die Künstlerin in der Ausstellung persönlich anwesend.
Auf den Spuren des Zauberer Jackl
waren an die 200 große und kleine Zuhörerinnen und Zuhörer mit dabei. Das feucht-trübe Wetter konnte sie nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil: Das zauberte mitunter eine ganz eigene Nebelstimmung in die Landschaft. Und zum Abschluss gings hinein in die Burg Altpernstein. Da gabs dann noch mittelalterliches »Treyben« zu erleben.
Einen herzlichen Dank an Ernst Mayrhofer für das Foto.
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