ist ein Musterbeispiel für einen klassischen Märchenträger. Als Analphabet konnte er zwar nicht Lesen und Schreiben, dafür wußte er eine Fülle von Märchen, Sagen und Schwänken zu erzählen.
Und die erzählte er in Mundart, genauer in heanzischer Mundart. Die wurde und wird noch im Burgenland und in der Gegend um Ödenburg, dem heutigen Sopron, gesprochen.
Gott sei Dank entdeckte um 1900 der Volkskundler Johann Reinhard Bünker diesen wandelnden Märchenschatz. Er lud Tobias Kern in sein Haus. Da saß er nun, der alte Straßenkehrer, und erzählte dem Gstudierten Herrn all seine Geschichten, während der sich bemühte sie Wort für Wort mit der Feder flott auf Papier zu bringen. Um 1906 erschien die Sammlung »Schwänke, Sagen und Märchen in heanzischer Mundart«. Leicht zu lesen sind die 113 darin zusammengefassten Erzählungen nicht. Dafür sorgt die - alte - Mundart mit ihren vielen Sonderzeichen.
Wesentlich leichter lesbar ist die Sammlung »Was mir der alte Mann erzählte - Märchen aus dem Burgenland«. Die erschien 1926 und ist antiquarisch noch zu bekommen.
Am 14. November 2013 - genau 99 Jahre und einen Tag noch dem Tod von Johann Reinhard Bünker - fand in Sopron ein Festakt zur Würdigung dieser Sammlertätigkeit und von Tobias Kern statt. Von Ildiko Hajdu und mir wurden Märchen der Sammlung zweisprachig ungarisch~deutsch erzählt. DER ungarische Märchenerzähler András Berecz hielt die Laudatio. An einem Ehrenplatz im Zentrum von Sopron wurde gemeinsam für Tobias Kern eine Kerze entzündet. Mehr dazu unter www.facebook.com/maerchenerzaehler.at
Der höchstpersönliche Blog von Märchenerzähler Helmut Wittmann und Freunden. Viele weitere Infos, Erzähltermine, Hörproben, Märchen-Programme, Sagen-Wanderungen, Seminare und mehr unter www.maerchenerzaehler.at.
Freitag, 15. November 2013
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Das Almkoch a la Erika Gamsjäger!
Dazu noch ein Glasl vom frisch gepressten Apfelsaft. Den hat der Nachbar - dem Bammer Karl sei Dank - vorbeigebracht. Das schmeckt und gibt Kraft!
Und so wird das Almkoch a la Erika Gamsjäger zubereitet: 1/2 Liter Rahm, nicht ganz 1/2 kg Gries, ein wenig Salz, Zimt und Zucker. Alles vermischen und zum Kochen bringen bis es fest wird. Dann rund 1/4 kg Butter und Rosinen hineinmischen. Langsam rösten bis es eine braune Farbe bekommt. - Fertig! - Danke, Erika, für das Rezept. Wir haben noch Zucker drübergestreut. Das muß natürlich aber auch nicht sein. Gleich wie‘s ist: Allen Nachahmern ein Wohl~bekomm‘s!
Montag, 9. September 2013
Eine gute Unterlage - grad wenn‘s kalt wird!
Eine Erdäpfelsuppe a la Wittmannin wärmt nicht nur den Magen. Gut gewürzt gibt sie auch Kraft für die kalten Tage.
Schon meine Mutter, die Anna Wittmann, hat die Suppe nie genau nach Rezept und mit fixen Maßen, sondern nach Gespür gemacht. So schmeckt sie jedes Mal ein wenig anders. Gut so.
An Zutaten brauchts rund ein Kilo Erdäpfel, gute speckige natürlich, Butter, einen Spritzer Sonnenblumenöl, einen 250g-Becher Sauerrahm, rund 3 EL Mehl, eine Tasse Wurzelwerk wie Petersilie, gelbe und orange Karotten, Sellerie, Lauch, Petersiliengrün, sowie an Gewürzen Salz, Thymian, Majoran (am besten der wilde, also der Dost) Liebstöckl, Tamari (eine exzellente Soja-Sauce aus Bio-Anbau), Pfeffer und Kümmel.
Und los gehts: Das Wurzelwerk wird geputzt und in kleine Würfel geschnitten. Die Erdäpfel werden geschält, auch in Würfel geschnitten, sollen aber ruhig etwas grösser sein. Drauf wird das Wurzelwerk in einem Suppentopf mit dem Öl und einem Kaffeelöffel gestossenen Kümmel angeröstet. Das Ganze wird mit rund zwei Liter Wasser aufgegossen. Jetzt kommen die gewürfelten Erdäpfel dazu, Salz, Liebstöckl, Thymian und eine Prise Pfeffer. Das Ganze darf auf kleiner Flamme eine halbe Stunde köcheln bis das Gemüse weich ist.
Aus einem Stück Butter - nicht mehr als 10 bis 15 g - und dem Mehl wird eine helle Einbrenn zubereitet. Das heißt, die Butter wird erhitzt, das Mehl dazugegeben, auch Flüssigkeit von der Suppe kommt dazu. In diese Einbrenn wird ein Becher Sauerrahm eingerührt und das Ganze schließlich mit dem Schneebesen in die Suppe gemischt.
Jetzt heißt es die Suppe noch mit Majoran, Thymian, Liebstöckl und Tamari abschmecken. Fertig! Vorerst.
Am besten schmeckt die Suppe nämlich wenn sie am Vortag zubereitet wird. Über Nacht kann sie dann ihr volles Aroma entfalten. Sie ist also auch die ideale Lösung für eine vorgekochte Mahlzeit.
Schon meine Mutter, die Anna Wittmann, hat die Suppe nie genau nach Rezept und mit fixen Maßen, sondern nach Gespür gemacht. So schmeckt sie jedes Mal ein wenig anders. Gut so.
An Zutaten brauchts rund ein Kilo Erdäpfel, gute speckige natürlich, Butter, einen Spritzer Sonnenblumenöl, einen 250g-Becher Sauerrahm, rund 3 EL Mehl, eine Tasse Wurzelwerk wie Petersilie, gelbe und orange Karotten, Sellerie, Lauch, Petersiliengrün, sowie an Gewürzen Salz, Thymian, Majoran (am besten der wilde, also der Dost) Liebstöckl, Tamari (eine exzellente Soja-Sauce aus Bio-Anbau), Pfeffer und Kümmel.
Und los gehts: Das Wurzelwerk wird geputzt und in kleine Würfel geschnitten. Die Erdäpfel werden geschält, auch in Würfel geschnitten, sollen aber ruhig etwas grösser sein. Drauf wird das Wurzelwerk in einem Suppentopf mit dem Öl und einem Kaffeelöffel gestossenen Kümmel angeröstet. Das Ganze wird mit rund zwei Liter Wasser aufgegossen. Jetzt kommen die gewürfelten Erdäpfel dazu, Salz, Liebstöckl, Thymian und eine Prise Pfeffer. Das Ganze darf auf kleiner Flamme eine halbe Stunde köcheln bis das Gemüse weich ist.
Aus einem Stück Butter - nicht mehr als 10 bis 15 g - und dem Mehl wird eine helle Einbrenn zubereitet. Das heißt, die Butter wird erhitzt, das Mehl dazugegeben, auch Flüssigkeit von der Suppe kommt dazu. In diese Einbrenn wird ein Becher Sauerrahm eingerührt und das Ganze schließlich mit dem Schneebesen in die Suppe gemischt.
Jetzt heißt es die Suppe noch mit Majoran, Thymian, Liebstöckl und Tamari abschmecken. Fertig! Vorerst.
Am besten schmeckt die Suppe nämlich wenn sie am Vortag zubereitet wird. Über Nacht kann sie dann ihr volles Aroma entfalten. Sie ist also auch die ideale Lösung für eine vorgekochte Mahlzeit.
Montag, 5. August 2013
Eine dreistrahlige Regenbogenbrücke
verbindet in der nordischen Mythologie Himmel und Erde. Über diese Brücke namens Bifröst reiten die Götter zu ihrem täglichen Treffen beim Urdbrunnen, der Quelle des Schicksals.
In einem alten nordischen Gedicht heißt es über diese Brücke: »Von Asgard aus schlugen sie (Anm.: die Götter) eine Brücke, auf dass ihnen Midgard nie entrücke, das Reich der ... Menschen, ...«
Die Götter schlugen also diese Brücke, dass ihnen die Menschenwelt nicht entrückt würde. Damit sie nicht abheben die Götter und das, was sich da hienieden abspielt, nicht aus den Augen verlieren. Wenn - wie jetzt - nach einem reinigenden Gewitterregen die Sonne noch einmal in den frischen Abendhimmel leuchtet hat diese Regenbogenbrücke nichts von ihrem Zauber verloren. Ob sie den Göttern noch als Memo dient, wer weiß!? - Ganz sicher aber reißt ihr Anblick immer noch eine Tür auf, damit auch umgekehrt wir Menschen die andere Welt nicht vergessen. Kurz: Um aus den vertrackten Winkeln des Alltäglichen in ein zwei Atemzügen zum Wesentlichen zu kommen. - Vielleicht heißt es auch deshalb, dass unter den Enden eines Regenbogens ein Topf Gold zu finden ist. Na dann: Glück auf!
In einem alten nordischen Gedicht heißt es über diese Brücke: »Von Asgard aus schlugen sie (Anm.: die Götter) eine Brücke, auf dass ihnen Midgard nie entrücke, das Reich der ... Menschen, ...«
Die Götter schlugen also diese Brücke, dass ihnen die Menschenwelt nicht entrückt würde. Damit sie nicht abheben die Götter und das, was sich da hienieden abspielt, nicht aus den Augen verlieren. Wenn - wie jetzt - nach einem reinigenden Gewitterregen die Sonne noch einmal in den frischen Abendhimmel leuchtet hat diese Regenbogenbrücke nichts von ihrem Zauber verloren. Ob sie den Göttern noch als Memo dient, wer weiß!? - Ganz sicher aber reißt ihr Anblick immer noch eine Tür auf, damit auch umgekehrt wir Menschen die andere Welt nicht vergessen. Kurz: Um aus den vertrackten Winkeln des Alltäglichen in ein zwei Atemzügen zum Wesentlichen zu kommen. - Vielleicht heißt es auch deshalb, dass unter den Enden eines Regenbogens ein Topf Gold zu finden ist. Na dann: Glück auf!
Freitag, 2. August 2013
Vom Watzmann
gibt es einige Sagen. Das beginnt schon mit der Entstehungsgeschichte dieses mächtigen Berges: Die bekannteste Überlieferung dazu ist auch in der Sammlung »Salzburger Volkssagen«, die Rudolf Freisauff von Neudegg 1880 veröffentlichte, zu lesen. Und irgendwie fragt man sich: Was inspiriert Menschen in einer so imposanten Landschaft zu einer so wahnsinnigen Geschichte inspirieren. Welcher Genius Loci will hier erlöst werden? - Aber zuerst zur Sage. Darin heißt es:
»König Watzmann hatte schon an der Mutterbrust Blut gesogen, daher kam seine unbändige Wildheit und Grausamkeit. Liebe war ihm fremd geblieben. Mitleid hatte er nie gekannt; sein einziges Vergnügen war die Jagd, da konnte er so ganz seiner wilden Lust fröhnen. ... Was kümmerte das ihn, ob dabei das eine oder andere Menschenleben zu Grunde ging, - er achtete es gering« ... »An einem Herbsttage war‘s. Ein Hirtenweib saß, ihr schlummerndes Kindlein in Mutterfreude betrachtend vor der kleinen Hütte, welche ihr bescheidenes Heim bildete; neben ihr lag der treue Hund, und in der Hütte ruhte ihr Mann, der Hirte.
Jetzt unterbrach der tosende Jagdlärm den Naturfrieden dieser Waldeinsamkeit; der Hund der Hirtin sprang bellend auf, da warf sich des Königs Meute alsobald auf ihn, und einer der Rüden biß ihm die Kehle ab, während ein anderer seine scharfen Zähne in den Leib des Kindleins schlug und ein dritter die schreckensstarre Mutter zu Boden riß. Der König kam indes nahe heran, sah das Unheil und stand und lachte.
Plötzlich sprang der vom Gebell der Hunde, dem Geschrei des Weibes erweckte Hirte aus der Hüttentüre und erschlug einen der Rüden, welcher des grausamen Königs Lieblingstier war.
Darüber wütend, fährt der König auf und hetzt mit teuflischem Hussa Knechte und Hunde auf den Hirten, der sein ohnmächtiges Weib erhoben und an seine Brust gezogen hat und verzweiflungsvoll erst auf sein zerfleischtes Kind am Boden und dann gen Himmel blickt. Bald sanken beide zerrissen von den Untieren zu dem Kinde nieder. Ehe sein Auge brach sandte der Hirte noch einen fürchterlichen Fluch zum Himmel empor ...
Frohlockend übersah der König sein grauses Werk; mit ihm freuten sich sein Weib und seine Kinder des entsetzlichen Verbrechens.
Da ließ sich ein dumpfes Brausen hören, ein Donnern in Höhen und Tiefen, aus den Bergesklüften erklang ein wildes Geheule und der Geist der Rache und der Vergeltung fuhr in des Königs Hunde. Sie fielen ihn nun selbst, die Königin und die sieben Kinder an, würgten sie alle nieder, daß deren Blut zu Thale rann, und stürzten sich dann vom Berg herab in die Abgründe.
Aber die Leiber des Königs und der Seinen wuchsen zu riesigen Bergen heran; so steht König Watzmann, eisumstarrt, ein marmorgleicher Riese, neben ihm sein Weib und um Beide sieben Zinken - ihre Kinder; in der Tiefe aber, hart am Fuße des Berges liegen, zwei Seen, in die sich damals das Blut des grausamen Herrscherpaares ergossen. Der größere derselben heißt heute der Königssee, die Alpe aber, von welcher sich die Hunde in die Tiefe gestürzt, der Hundstod. So erntete König Watzmann und all die Seinen für ihre Unthaten den gerechten Lohn.
Vom König Watzmann lebt im Volke weiters noch die Sage, daß sich auf seiner höchsten Spitze aus der Sintfluth ein Menschenpaar gerettet habe; auch will man Trümmer der Arche Noah‘s darauf entdeckt haben.«
Was für eine entsetzliche Überlieferung! - Wenn schon der König als Unhold, der jenseits aller Menschlichkeit wütet dargestellt wird, so ist umso befremdender, dass auch Frau und Kinder das grausame Spiel mitmachen. Erstaunlich welche Horrortrips der Volksmund mitunter ausbrütet. ...
Eine nicht gar so furchtbare Fassung ist übrigens in der sagen~haften Stunde im ORF, in Radio Oberösterreich am 3. August, und in Radio Salzburg am 8. August 2013 zu hören. Nachzulesen zu die Sagen vom Watzmann auch unter www.sagen.at
Das Bild vom Watzmann stammt aus Wikipedia. Wen jemand ein stimmiges zur Verfügung stellt ist das herzlich willkommen.
»König Watzmann hatte schon an der Mutterbrust Blut gesogen, daher kam seine unbändige Wildheit und Grausamkeit. Liebe war ihm fremd geblieben. Mitleid hatte er nie gekannt; sein einziges Vergnügen war die Jagd, da konnte er so ganz seiner wilden Lust fröhnen. ... Was kümmerte das ihn, ob dabei das eine oder andere Menschenleben zu Grunde ging, - er achtete es gering« ... »An einem Herbsttage war‘s. Ein Hirtenweib saß, ihr schlummerndes Kindlein in Mutterfreude betrachtend vor der kleinen Hütte, welche ihr bescheidenes Heim bildete; neben ihr lag der treue Hund, und in der Hütte ruhte ihr Mann, der Hirte.
Jetzt unterbrach der tosende Jagdlärm den Naturfrieden dieser Waldeinsamkeit; der Hund der Hirtin sprang bellend auf, da warf sich des Königs Meute alsobald auf ihn, und einer der Rüden biß ihm die Kehle ab, während ein anderer seine scharfen Zähne in den Leib des Kindleins schlug und ein dritter die schreckensstarre Mutter zu Boden riß. Der König kam indes nahe heran, sah das Unheil und stand und lachte.
Plötzlich sprang der vom Gebell der Hunde, dem Geschrei des Weibes erweckte Hirte aus der Hüttentüre und erschlug einen der Rüden, welcher des grausamen Königs Lieblingstier war.
Darüber wütend, fährt der König auf und hetzt mit teuflischem Hussa Knechte und Hunde auf den Hirten, der sein ohnmächtiges Weib erhoben und an seine Brust gezogen hat und verzweiflungsvoll erst auf sein zerfleischtes Kind am Boden und dann gen Himmel blickt. Bald sanken beide zerrissen von den Untieren zu dem Kinde nieder. Ehe sein Auge brach sandte der Hirte noch einen fürchterlichen Fluch zum Himmel empor ...
Frohlockend übersah der König sein grauses Werk; mit ihm freuten sich sein Weib und seine Kinder des entsetzlichen Verbrechens.
Da ließ sich ein dumpfes Brausen hören, ein Donnern in Höhen und Tiefen, aus den Bergesklüften erklang ein wildes Geheule und der Geist der Rache und der Vergeltung fuhr in des Königs Hunde. Sie fielen ihn nun selbst, die Königin und die sieben Kinder an, würgten sie alle nieder, daß deren Blut zu Thale rann, und stürzten sich dann vom Berg herab in die Abgründe.
Aber die Leiber des Königs und der Seinen wuchsen zu riesigen Bergen heran; so steht König Watzmann, eisumstarrt, ein marmorgleicher Riese, neben ihm sein Weib und um Beide sieben Zinken - ihre Kinder; in der Tiefe aber, hart am Fuße des Berges liegen, zwei Seen, in die sich damals das Blut des grausamen Herrscherpaares ergossen. Der größere derselben heißt heute der Königssee, die Alpe aber, von welcher sich die Hunde in die Tiefe gestürzt, der Hundstod. So erntete König Watzmann und all die Seinen für ihre Unthaten den gerechten Lohn.
Vom König Watzmann lebt im Volke weiters noch die Sage, daß sich auf seiner höchsten Spitze aus der Sintfluth ein Menschenpaar gerettet habe; auch will man Trümmer der Arche Noah‘s darauf entdeckt haben.«
Was für eine entsetzliche Überlieferung! - Wenn schon der König als Unhold, der jenseits aller Menschlichkeit wütet dargestellt wird, so ist umso befremdender, dass auch Frau und Kinder das grausame Spiel mitmachen. Erstaunlich welche Horrortrips der Volksmund mitunter ausbrütet. ...
Eine nicht gar so furchtbare Fassung ist übrigens in der sagen~haften Stunde im ORF, in Radio Oberösterreich am 3. August, und in Radio Salzburg am 8. August 2013 zu hören. Nachzulesen zu die Sagen vom Watzmann auch unter www.sagen.at
Das Bild vom Watzmann stammt aus Wikipedia. Wen jemand ein stimmiges zur Verfügung stellt ist das herzlich willkommen.
Sonntag, 21. Juli 2013
»Johanniskraut, ich segne dich,
heilst das Jucken und den Stich, und die Macht der Hexe brich.« heißt es in einem alten Spruch. Zur Abwehr unheilvoller Geister werden Büschel mit Johanniskraut seit jeher über die Haustür gehängt. Eine Art Spam-Filter für ungebetene Gäste. ;-{) Eigentlich sollte man das Johanniskraut ja rund um Johannis - also zur Zeit der Sommersonnwende - pflücken. Heuer ist durch den langen Winter und das verregnete Frühjahr alles ein wenig später dran. Drum ist jetzt die ideale Zeit für die »Ernte«.
Das Johanniskraut ist eine der wirksamsten Heilpflanzen. In ihr steckt viel von der Kraft der Sonne. Einreibungen mit Johanniskrautöl helfen bei Schnittwunden, Verbrennungen, Narben, Furunkeln und Schrammen. Aber Achtung: Nach einer solchen Einreibung sollte man nicht in die Sonne gehen. Da kann es allergische Reaktionen geben! - Innerlich eingenommen wirkt das Johanniskrautöl stimmungsaufhellend. Aber auch hier gilt: Alles mit Maß & Ziel und vor allem mit Gespür dafür was einem gut tut - und was nicht. Ausführliche Infos, Rezepte und mehr sind in »Das Buch der Heilenden Kräuter« von Nancy Arrowsmith zu finden.
Das Johanniskraut ist eine der wirksamsten Heilpflanzen. In ihr steckt viel von der Kraft der Sonne. Einreibungen mit Johanniskrautöl helfen bei Schnittwunden, Verbrennungen, Narben, Furunkeln und Schrammen. Aber Achtung: Nach einer solchen Einreibung sollte man nicht in die Sonne gehen. Da kann es allergische Reaktionen geben! - Innerlich eingenommen wirkt das Johanniskrautöl stimmungsaufhellend. Aber auch hier gilt: Alles mit Maß & Ziel und vor allem mit Gespür dafür was einem gut tut - und was nicht. Ausführliche Infos, Rezepte und mehr sind in »Das Buch der Heilenden Kräuter« von Nancy Arrowsmith zu finden.
Dienstag, 11. Juni 2013
Unterm Kopf und überm Kopf
tua i‘s Hüatl schwinga. Dirndl, wennst mi gern hast, muaßt durchs Feuer mit mir springa. - So lautet der rituelle Spruch zum Feuerspringen zur Sommersonnwende. - Und dann wird gesprungen. Das schweißt zwei Menschen zusammen. Sie gehen miteinander durchs Feuer. Es reinigt aber auch alle, die solo drüberspringen, eh klar.
Wieder einmal geht es in dieser Nacht darum Altes zu verbrennen damit Platz ist für das Neue.
Wir feiern die Johannisnacht auf der Bergwiese am Schindlbachgut - siehe Foto - allerdings ohne Pferde. Von denen wird allerdings in den Geschichten die Rede sein. Denn Pferde spielen in den Überlieferungen zur Sommersonnwende eine ganz wesentliche Rolle. - Wichtig ist in dieser Nacht aber auch der Kräuterzauber. Das Johanniskraut hellt den Sinn. Gepflückt wird es zu Johannis um die Mittagszeit. Da ist besonders viel von der Kraft der Sonne drin. Drum wirds auch gern als Antidepressivum genutzt. Auch das Feuer wird in der Johannisnacht mit Kräutern »gefüttert«. Neunerlei Laubholz sollte da brennen - Eiche, Birke, Hasel und mehr. In die Flammen kommen dann noch frische Kräuter hinein. Vor dem Sprung wird dem Feuer noch einmal Laubholz geopfert. Wer will kann sich - nach alter Tradition - auch mit Kräutern und Blumen umgürten. Der Sprung sollte dann weniger sportliche Herausforderung als sinnlicher Genuß sein.
Viel gäb‘s noch über die Johannisnacht zu schreiben: In dieser Nacht blüht z.B. die Teufelsfeder - der Farnsame. Wer den erwischt wird hellsichtig - und sieht die Schätze in der Erde.
Wer lieber in sich hineinschauen will, kann sich der Johannisnacht träumen lassen was im kommenden Jahr auf ihn/sie zukommt. Dazu heißt es den Kopf auf einen Kranz aus neunerlei Kräutern betten. Das macht schöne Träume - und die Träume der Johannisnacht werden eben im drauf folgenden Jahr Wirklichkeit. Auch Glühwürmchen zeigen in dieser Nacht das Glück des kommenden Jahreskreises an. Um das gleich ins Fleisch zu bringen empfiehlt es sich am Johannistag, also am 24. Juni, zu Mittag in Schweineschmalz gebackene Hollerstrauben (Hollunderdolden) essen. Wer das macht - so ist es überliefert - bewahrt sich das ganze Jahr drauf die Gesundheit. Wohl bekomm‘s!
Infos zu diesem feinen Fest~Seminar in der Johannisnacht sind auf www.maerchenerzaehler.at unter »Termine« zu finden.
Wieder einmal geht es in dieser Nacht darum Altes zu verbrennen damit Platz ist für das Neue.
Wir feiern die Johannisnacht auf der Bergwiese am Schindlbachgut - siehe Foto - allerdings ohne Pferde. Von denen wird allerdings in den Geschichten die Rede sein. Denn Pferde spielen in den Überlieferungen zur Sommersonnwende eine ganz wesentliche Rolle. - Wichtig ist in dieser Nacht aber auch der Kräuterzauber. Das Johanniskraut hellt den Sinn. Gepflückt wird es zu Johannis um die Mittagszeit. Da ist besonders viel von der Kraft der Sonne drin. Drum wirds auch gern als Antidepressivum genutzt. Auch das Feuer wird in der Johannisnacht mit Kräutern »gefüttert«. Neunerlei Laubholz sollte da brennen - Eiche, Birke, Hasel und mehr. In die Flammen kommen dann noch frische Kräuter hinein. Vor dem Sprung wird dem Feuer noch einmal Laubholz geopfert. Wer will kann sich - nach alter Tradition - auch mit Kräutern und Blumen umgürten. Der Sprung sollte dann weniger sportliche Herausforderung als sinnlicher Genuß sein.
Viel gäb‘s noch über die Johannisnacht zu schreiben: In dieser Nacht blüht z.B. die Teufelsfeder - der Farnsame. Wer den erwischt wird hellsichtig - und sieht die Schätze in der Erde.
Wer lieber in sich hineinschauen will, kann sich der Johannisnacht träumen lassen was im kommenden Jahr auf ihn/sie zukommt. Dazu heißt es den Kopf auf einen Kranz aus neunerlei Kräutern betten. Das macht schöne Träume - und die Träume der Johannisnacht werden eben im drauf folgenden Jahr Wirklichkeit. Auch Glühwürmchen zeigen in dieser Nacht das Glück des kommenden Jahreskreises an. Um das gleich ins Fleisch zu bringen empfiehlt es sich am Johannistag, also am 24. Juni, zu Mittag in Schweineschmalz gebackene Hollerstrauben (Hollunderdolden) essen. Wer das macht - so ist es überliefert - bewahrt sich das ganze Jahr drauf die Gesundheit. Wohl bekomm‘s!
Infos zu diesem feinen Fest~Seminar in der Johannisnacht sind auf www.maerchenerzaehler.at unter »Termine« zu finden.
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